Wanda Nadolny zeichnet Aktivisten im Club Barnimstrasse mit Büchern aus. / Quelle: BStU /

Wanda hilft und „Mäki“ macht mit.

Wilde Tänze, Poster, umgekippte Flaschen: Tugendwächter des MfS warnten in einer Broschüre zur Entwicklung des Klubs vor westlicher Unkultur ... / Quelle: BStU /
Wilde Tänze, Poster, umgekippte Flaschen: Tugendwächter des MfS warnten in einer Broschüre zur Entwicklung des Klubs vor westlicher Unkultur … / Quelle: BStU /

Mit der Anodenwumme auf wilder Jagd

Wer als Kind Bombenkrieg und Straßenkämpfe überlebt und die Anarchie von Schwarzmärkten erlebt hatte, war skeptisch gegenüber „der Ordnung“. Das kleine Berliner Wirtschaftswunder brachte im Laufe der 1950er Jahre Geld in die Taschen von Jugendlichen. Die setzten es in Kofferradios („Anodenwummen“), Mopeds, Schallplatten und Konzertbesuche  um. Am 9. April 1956 kamen 4.000 Besucher in den Sportpalast um das „Max-Greger-Sextett“ zu hören. Doch es spielte nur eine Ersatzband. Wütend warfen Besucher Blumentöpfe auf die Bühne, bis die Musiker flüchteten. Am Wedding geriet eine Gruppe von Motorradfans in schwere Ausschreitungen mit der Polizei. Mittwochs spielte im „Plänterwald“ die „Rumba Kapelle“. Hier „tanzen die Mädchen bis zur Ekstase, aber anständig aussehende Tänzer erhalten den Korb“, schrieb ein betrübter FDJler an die Kreisleitung. Im „Lichtspieltheater Welt” in der Boxhagener Straße lästerten junge Zuschauer laut über die Filme. 1960 verübte die „Alexmeute“ vom Barnimkiez kleine Einbrüche.

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