Das Schlößchen vor dem Frankfurter Tor | Quelle: Landesarchiv Berlin, A_Rep_010-02_Nr_2402.

Eine Laube mit adligem Namen

Lage des Schlößchens im Jahr 1839 | Quelle: Landesarchiv Berlin, A_Rep_010-02_Nr_2402.
Lage des Schlößchens im Jahr 1839. Der Kreis oben rechts ist die Anlage des Baltenplatzes, heute Bersarinplatz. / Quelle: Landesarchiv Berlin, A_Rep_010-02_Nr_2402. /

Schöne Jejend

Draußen vor dem Frankfurter Tore – das war seinerzeit nicht Nah-, sondern Sehr-Nah-Erholungsgebiet für die Berliner, innerhalb weniger Minuten von der Stadt aus zu erreichen. Das Terrain befand sich etwa 500 Meter östlich der heutigen Kreuzung Friedenstraße / Karl-Marx-Allee. Über Jahrhunderte war das von feuchten Wiesen geprägte Gelände urbar gemacht und für Gärtenereien erschlossen worden. Peter Friedrich Bouché, Enkelsproß einer seit 1704 hier ansässigen Gärtnerfamilie, baute in dieser Gegend ein Gartenreich auf, das alles Bekannte in den Schatten stellte: Sein Geschäft führte hundete Arten von Nutz- und Zierpflanzen, darunter 154 Sorten Blumen – vor allem Hyazinthen. In großen, im Winter beheizbaren Gewächshäusern wuchsen Granatäpfel, Ananas und Feigen. Gummibäume – sie gelten spätestens seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts als Inbegriff für Büro-Ödnis – wurden hier erstmalig in Deutschland angeboten. Die Gegend mauserte sich, die Namen wurden edler. Auf Bitten der Anwohner wurde der ordinär klingende Name Bullen-Gasse in Fruchtstaße aufgehübscht (heute Straße der Pariser Kommune). Und die Lehmgasse wurde zum Grünen Weg, heute Singerstraße. Die Anlage eines Restaurants in dieser herrlichen Gegend versprach sichere Einnahmen.

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