Barrikade 1848 - Gemälde von F. G. Nordmann | Quelle: Wikimedia Commons 4.0

Handwerker ohne goldenen Boden

Badewannen in der Markusstraße Berlin | Quelle: Bundesarchiv Bild 183-17201-0016
Badewannen waren in den Wohnungen der Markusstraße einst eine Seltenheit. / Quelle: Bundesarchiv Bild 183-17201-0016 /

Phase drei

„Die schmalen, oft winkligen Straßen im Altbaugebiet des Zentrums genügten den Anforderungen früherer Jahrzehnte. Für einen fließenden Großstadtverkehr sind breite Magistralen notwendig“, heißt es in einer Zukunftsvision des Magistrats von 1958. Aber es ging um mehr. Neuer Wohnraum war knapp und vor allem für junge Familien und Facharbeiter nötig. Sozial schwierige oder unangepasste Mieter wurden deshalb in die unsanierten Altbauten der Markusstraße, die nicht weit von der Spree bzw. der Grenze nach Westberlin lag, eingewiesen. Diesen politisch wie sozialen Brennpunkt zu beseitigen, war ein Ziel, das mit dem Bau der Osttangente von der Holzmarktstraße zum Strausberger Platz zur Auflösung der Markusstraße führte. Brigadier Breithaupt vom VEB Tiefbau unterschrieb 1965 einen Wettbewerbsvertrag, der eine vorfristige Fertigstellung der Osttangente um 20 Tage vorsah und einen „ökonomischen Nutzen von 36.000 Mark“ erbringen sollte. Denn, die Osttangente sollte zum Parteitag 1967 fertig sein. Die 11. Tagung der SED-Bezirksleitung mahnte im September 1966 an: „Arbeiter, Maschinen und Geräte werden nicht konzentriert an den wichtigsten Punkten eingesetzt und man versäumt, die Kontinuität von Tief- und Straßenbau zu sichern.“ Unter dieser Vorgabe mühten sich die Arbeitskollektive, „aus dem Groschen die Mark zu machen“, nur damit am 14. April 1967 die Magistrale dem Verkehr übergeben werden konnte.

 

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