Um 1930. Die Brücken als Verbindungsglieder zwischen den Industriegebieten Mühlenstraße und Köpenickerstraße / Quelle: FHXB-Museum /

Mühlen, Schornsteine, Wachtürme und ein bisschen Kunst

Muehlenstrasse in Berlin, ca 1960 | Friedrichshainer-Zeitzeiger
Blick auf Mühlenstraße, vor 1975

Gezügelter Wiederaufbau

Nach Kapitulation der Wehrmacht und der Sektorierung der Stadt stand die Mühlenstraße wieder im Mittelpunkt des Geschehens, zunächst als Demarkationslinie verbündeter Alliierter. Doch die unterschiedlichen Wirtschaftsstrukturen der Sektoren ließen Schmuggel und Schwarzhandel aufblühen. Das änderte sich mit der Abriegelung der Grenze im August 1961.

Mühlenstraße 1975: entkernt, umgebaut, 6spurig ohne Straßenbahn und mit Hinterlandmauer / Quelle: FHXB-Museum /
Mühlenstraße  nach 1975: entkernt, umgebaut, 6spurig ohne Straßenbahn und mit Hinterlandmauer.

Entsprechend seiner besonderen Gliederung hatte kein Grenzabschnitt der Berliner Mauer eine so facettenreiche Geschichte. Eine Eigenart stellte die Tiefensicherung dar. Größte Vorsicht schien angesichts der Nähe zum Ostbahnhof geboten. Schon im weiten Umfeld sollte verhindert werden, dass sich sogenannte Provokateure, potenzielle Grenzverletzer und westliche „Hetzer“ frei bewegen konnten. Massive Verhaftungen waren die Folge. Auf durchschnittlich 15 gelungene Grenzdurchbrüche jährlich kamen an die 300 Verhaftungen im Grenzhinterland.

Rhythmische Farbwechsel von Hellgrau zu Dunkelgrau machten die Mauer auch nicht schöner. / Foto: BStU /
Rhythmische Farbwechsel von Hellgrau zu Dunkelgrau machten die Mauer auch nicht schöner.

An der Protokollstrecke – der Einfalltrasse für Staatsgäste der DDR – galt es, die Staatsbesucher nicht sofort mit hässlichen Wahrheiten zu konfrontieren. Gut verputzt, 3,60 m hoch und weiß-grau bepinselt, spielte die Mauer in der Mühlenstraße rosa Brille.

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