Filmplakat "Der Richter bin ich" | Quelle: Filmplakatwerbung 50er Jahre

Grenzbereich Kino

Kinobesucher | Quelle: Propagandabroschüre
25 Pfennige waren leicht zu verschmerzen. / Quelle: Propagandabroschüre /

Ärgernis

Auf Vorschlag des amerikanischen Filmoffiziers Mr. Martay – er initiierte auch die Berliner Filmfestspiele in Westberlin – sollten „die Ostberliner mit den Filmprodukten der freien Welt“, bekannt gemacht werden. Am 18. Juli 1950 führten die „Stella-Lichtspiele“ in der Köpenicker Straße 12 und das „W.B.T.“ in der Schlesischen Straße 29 verbilligte Vorführungen für „Ostbesucher“ ein. Ein Geschäftserfolg, gefördert durch den Erlass der Vergnügungssteuer. Allein wegen ihrer Filmauswahl und deren Nachmittagsvorstellungen hatten fünf Grenzkinos im Umfeld vom U-Bahnhof Schlesisches Tor täglich bis zu 5.645 Besucher. Obwohl 1956 jeder Besucher nur 25 Pfennige „Ost“ in die Kasse brachte, ergab sich daraus ein umgerechneter Monatsgewinn von 42.337 DDR-Mark. Dieses Kleingeld lieferte Gerhard Kollat, dem das „W.B.T.“ und „Lido“, in der Schlesischen Straße gehörte, direkt an die grenznahen Wechselstuben. Wegen der Kurse – etwa 1 DM „West“ zu 5.6 „Ost“ – benötigten diese ständig DDR Kleingeld. Mit diesem gingen die Kreuzberger in Friedrichshain günstig einkaufen.

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