mit Neon | Quelle: Bundesarchiv Bild 183-52586-0005, Wikimedia Commons

Nachtleben bedeutet Fortschritt

 mit Neon | Quelle: Bundesarchiv Bild 183-52586-0005, Wikimedia Commons
Besonders helle Neonröhren verbrauchten 1956 wenig Strom. / Quelle: Bundesarchiv Bild 183-52586-0005, Wikimedia Commons /

Neon und Friedrichshain.

Von

Ob nun 1826 Gaslaternen das Dunkel beseitigten oder 1884 die „Linden“ von elektrischen Bogenlampen in ein „feenhaftes Hell“ getaucht wurden, Besucher wie Thomas Alva Edison empfanden die Berliner lichterfüllten Einkaufstraßen als „Ufer, die eine Überfahrt in eine schönere Welt“ möglich machen konnten, und so schrieb er 1913: „Das Licht spukt hier und dort, es spiegelt sich in den Schaufenstern, tausendfältig im Pflaster der Straße, es setzt sich auf die dunklen Gesimse der Fassaden!“

Wechselspiel

In wechselnden Farben leuchtete der Name Jandorf an der Fassade des Kaufhauses an der Großen Frankfurter Straße 113 oder Hertie an der Front vom Kaufhaus an der Frankfurter Allee 5 / 7. 1896 kamen die ersten Lichtwerbeanlagen in Berlin zum Einsatz und 1898 warb das Manolirad per Animation. Der Zigarettenmarkenname war von einem Glühlampenkreis umgeben. Um den Eindruck eines sich drehenden Rades zu erzeugen, leuchtete jede der sehr störanfälligen Kohlefadenglühbirnen kurz auf. Mehr Zuverlässigkeit versprachen die Glühbirnen von Osram. Der Name bezog sich auf die Metalle Osmium und Wolfram, aus denen die Leuchtfäden gefertigt waren. Im Industriepalast Warschauer Straße 34 wurde das Produkt von der Gasglühlicht A.G. entwickelt, die sich 1906 ihr Haus Nummer 3 an der Rother Straße 11 bauen ließ. Als erstes Berliner Hochhaus krönte es die Produktionsanlagen für Glühbirnen.

Dachlicht

Die neuen Glühbirnen gaben der Lichtwerbung einen Schub. Über komplizierte Steuerungen waren nun szenische Darstellungen möglich. So 1912 für eine Installation von 1.600 Glühbirnen, die zeigten, wie eine Kupferberg-Gold-Sektflasche ein Sektglas füllt. Beleuchtete Schriftzüge kosteten 5.000 Goldmark, kam ein Schaltsystem dazu, stieg der Preis auf 12.000 Goldmark. Bei Osram verdienten Frauen seinerzeit 30 Pfennige pro Stunde.

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