Verschwundene Orte - Hertie | Foto: Postkarte

Verschwundene Orte in Friedrichshain

Eine Mini-Foto-Ausstellung für alle.

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Friedrichshain ändert sein Aussehen. Zahlreiche Gebäude, Stadtwinkel, ganze Straßenzüge, die einst das Stadtbild prägten, sind verschwunden, wurden neu erreichtet oder umgebaut. Auf insgesamt zehn Tafeln stellt der Zeitzeiger solche verschwundenen Orte in Friedrichshain vor. Historische Fotografien, kombiniert mit gegenwärtigen Ansichten aus der gleichen Perspektive, führen lebhaft vor, wie sich das Antlitz der Stadt änderte. Kurze erläuternde Texte ergänzen die Darstellung. Ein kleiner, lehrreicher Ausflug in die Vergangenheit.

Die Tafeln können auch einzeln und unabhängig voneinander gezeigt werden. Sie können sich bis zu fünf Tafeln ausleihen, sie aufstellen und nach zwei Wochen mit anderen auswechseln. Ausleihe und Lieferung sind kostenlos.

Bei Interesse melden Sie sich bitte unter: Redaktion@fhzz.de oder 0176 24151190

Berlin Hauptbahnhof / Ostbahnhof
Leninplatz / Platz der vereinten Nationen
U-Bahnhof Schlesisches Tor / heute verschwunden
Büschingplatz / heute verschwunden
Strausberger Platz mit Turm der Markuskirche
Stralauer Platz mit Andreaskirche
Oberbaumbrücke

Deutsche Sporthalle / heute verschwunden
Kaufhaus Hertie, Große Frankfurter Straße / heute verschwunden
Caprivistraße / heute Danneckerstraße

Wappen Friedrichshain-KreuzbergWir präsentieren in unseren nächsten Ausgaben eine Auswahl der verschwundenen Orte in Friedrichshain. Das Projekt wurde durch den Bezirkskulturfond Berlin-Friedrichshain-Kreuzberg gefördert.

Verschwundene Orte - Hertie | Foto: Postkarte
/ Foto: Postkarte /

Warenhaus „Hertie“

Wo die Gubener Straße einst in die Frankfurter Allee mündete, befand sich der Komptureiplatz. Genau hier stand seit 1908 ein großes Warenhaus, des Kaufhauskonzerns Hermann Tietz, das sich in einer Architektur-Mischung aus repräsentativem Atelierhaus und Fabrikgebäude überaus mondän gab. Die Postkarte, eine kolorierte Fotografie, entstand nach der Eröffnung der U-Bahn-Linie nach Friedrichsfelde im Dezember 1930. Ab Februar 1933 wurden die Familie Tietz wegen ihrer jüdischen Abstammung von den Nationalsozialisten von den Nationalsozialisten konsequent aus dem Hertie-Konzern heraus gedrängt und zur Flucht aus Deutschland gezwungen. Unter den furchtbaren Bombenangriffen im Februar und März 1945 auf den Berliner Osten und Süden erlitt auch das Kaufhausgebäude schwerste Schäden und wurde nicht wieder aufgebaut.

Verschwundene Orte - Hertie | Foto: Giovanni Lo Curto
/ Foto: Giovanni Lo Curto /

„Laubenganghaus“

An der fast vollständig kriegszerstörten Frankfurter Allee entstanden von 1949 bis 1951 unter der Planung Hans Sharouns und Ludmilla Herzensteins anstelle des Warenhauses neuartige Häuser, deren Wohn- und Schlafzimmer abseits der lauten Straße lagen. Ihr zugewandt befanden sich hingegen die Küchen- und Toilettenfenster und die langen, offenen Gänge zu den einzelnen Wohnungen. Als sich die SED den pompösen Zuckerbäckerstil in der Stalin-Allee durchsetzte, warend diese Gebäude nicht mehr en vogue und wurden hinter schnell wachsenden Pappeln versteckt, die bis heute vor den Gebäuden stehen.

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