„Ein guter Ruf gehört dazu.”

Christoph Fringeli, Gründer und Inhaber von „Praxis Records & Books“ | Foto: Giovanni Lo Curto
… und vor dem Laden in der Lenbachstraße. / Foto Giovanni Lo Curto /

Kreatives Profil im Musik-Einerlei

Dabei machte gerade dies den kleinen Laden aus. „Der Großteil des Geschäfts läuft mit experimenteller, tanzbarer, elektronischer Musik auf Vinyl, also mit Schallplatten. Wir produzieren auch und lassen Platten pressen, verkaufen aber auch Bücher“, so der Ladeninhaber. „Wir würden uns eher als einen Ort in einem Netzwerk von Labels, Produzenten und Musikfreunden beschreiben.“ Gemeint ist damit, dass man einen offenen und kreativen Umgang miteinander pflegt, im Gegensatz zu den kommerziell ausgerichteten Marken der Musikindustrie. Diese entscheiden, was produziert wird, nämlich das, was verkauft werden kann. Was nicht dazu gehört, hat keine Chance, im größeren Rahmen veröffentlicht zu werden. Eine Folge davon ist das gegenwärtige Klangeinerlei in den Radios. Auch der Boom der Techno-Musik und die Independent-Szene, die ihre Musik unabhängig von den großen Produzenten herausbringt, hatten eine stark kommerzielle Entwicklung genommen, die sich auf Kreativität und Qualität negativ auswirkten. Alternativen dazu sind Internetseiten, auf die Künstler ihre Musik frei zugänglich einstellen. Dazu gehört auch die Vorstellung, dass Arrangements als Zwischenergebnis für die weitere Verarbeitung durch Künstler zur Verfügung stehen. „So zum Beispiel unterlegen DJ’s bei ihren Auftritten elektronische Musik mit anderen Sounds oder mit Texten und machen etwas Neues draus.“
Wie produziert man elektronische Musik, ohne dass sie einem Publikum vorgestellt wurde? „Als Labelmacher sollte man wissen, wen man produziert“, erklärt Christoph. „Ein guter Ruf gehört schon dazu. Die Leute erwarten Qualität. Einige der Künstler kenne ich schon lange. Wir reden über die Produktion, aber es ist besser, wenn man sie machen lässt.“

Praxis, Sounds & Records |Foto: Giovanni Lo Curto
Rubriken und Themen bei Praxis, Sounds & Records. Gibt’s nicht in Kaufhäusern. / Foto: Giovanni Lo Curto /

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