Landschaft von dem Maler Paul Riess| Aufnahme: Patrick Hertel.

Der Landschaftsmaler Paul Riess

Frankfurter Allee | Quelle: Plan von Berlin, Maßstab im Original 1:20.000, aus: Bibliographisches Institut, Meyers Reisebücher. Nord-Deutschland Östlicher Theil, Leipzig 1877.
Stadträumliche Situation der Frankfurter Allee 107. / Quelle: Plan von Berlin, Maßstab im Original 1:20.000, aus: Bibliographisches Institut, Meyers Reisebücher. Nord-Deutschland Östlicher Theil, Leipzig 1877. /

Erfolg und Weiterreise

Das Seminar für Zeichenlehrer an der Königlichen Kunstschule brach Paul Riess vorzeitig ab, da er sich in dieser Zeit bereits als Künstler mit Berufung zur Landschaftsmalerei begriff. Im Sommer 1881 wurde sein malerisches Talent von der Königlichen Akademie der Künste anerkannt und sein Bild „Mondnacht, Motiv aus der Mark“ zu deren 55. Kunstausstellung zugelassen. Im Laufe des Jahres 1883 wurde er Schüler in der hoch angesehenen und ältesten privaten Malschule Berlins, dem 1855 von Hermann Eschke gegründeten Atelier für Landschaftsmalerei. Hier konnte er seine Kenntnisse in der Darstellung von Lichtphänomenen vertiefen, für deren Virtuosität er in späteren Jahrzehnten bekannt werden sollte.
Im Frühjahr 1884 verließ Paul Riess Berlin und studierte an der Großherzoglichen Hochschule für Bildende Kunst in Weimar Malerei bei Professor Theodor Hagen. Hier lockte das individuelle Ausbildungsversprechen, den Schülern freie Hand zu lassen; das „Neue“, mit Pleinair und beginnendem Impressionismus im Gegensatz zur „alten“ akademischen Atelier-Malweise. In den Jahren 1888/89 wohnte Paul Riess in Dachau/München und bis 1891 in Lübeck. Ob und wo er seinen Militärdienst ableistete, ist nicht bekannt. 1893 wurde er in Weimar zum Professor ernannt. 1896 siedelte er mit Ehefrau Helene und den Töchtern Eva, Lotte und Annemarie nach Dessau über, wo er schnell zu einer festen Künstlergröße avancierte. Er gilt heute als der bedeutendste Landschaftsmaler zum Ende des 19. und Anfang 20. Jahrhunderts in Anhalt.

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