Jugend[widerstands]museums

Irgendwas geht immer

Ausstellung: „Warte nicht auf bessre Zeiten“ | Foto: Hedwig-Wachenheim-Gesellschaft
Teilansicht der Ausstellung: „Warte nicht auf bessre Zeiten“ / Foto: Hedwig-Wachenheim-Gesellschaft /
Kirche | Foto: Hedwig-Wachenheim-Gesellschaft
Die Kirche vor der Eröffnung des Museums 2006 / Foto: Hedwig-Wachenheim-Gesellschaft /

Sich der Situation stellen

In Friedrichshain hat sich manches verändert. „Big Easy ist jetzt erst einmal vorbei. Friedrichshain als größte Jugendherberge Europas hatte seine Schattenseiten.“ Er kennt dies aus eigenem Erleben. „Meine erste Wohnung in Friedrichshain lag an der Boxhagener/Ecke Kreutziger Straße, Schlafzimmer nach vorn raus. Da passiert es im Sommer schon, dass man früh um fünf von Betrunkenen geweckt wird.“
Zeitweilig ruht auch die Arbeit in der Galiläa. Robert lacht auf. „Freizeit bleibt dennoch nicht viel übrig. Ich gehe gern im Park mit dem Hund spazieren oder ich lese auch gern.“ Aber es geht weiter. Aus der Idee, den engagierten Leuten im Kiez, die in das Jugend[widerstands]museum kommen, mehr Unterstützung als nur Räume zu bieten, entstand etwas Neues, das über das bezirkliche Bündnis für Wirtschaft und Arbeit gefördert und vom Land Berlin und aus Mitteln der EU bezuschusst wird: „Im letzten Jahr starteten wir das Projekt Galiläa-Partizipativ, mit dem wir Menschen aus Friedrichshain-Kreuzberg dazu ermutigen wollen, Projekte zu entwickeln. Es geht darum, Leuten zu helfen, selbstständig Konzerte, Ausstellungen und andere Happenings zu planen und durchzuführen.“ Dafür stehen Sachmittel und Coachings zur Verfügung. Das Projekt richtet sich auch an Arbeitslose, die über ihr Engagement im Jugend[ widerstands]-museum fit für den Arbeitsmarkt gemacht werden sollen. Es ist ein niedrigschwelliger Zugang zu sozialem und kulturellem Engagement von Menschen, die sich sonst nicht so trauen, aktiv zu werden oder die nicht wissen, wie man das machen soll. Für das Museum arbeiten nicht nur Ehrenamtliche, sondern auch einige, die über Beschäftigungsmaßnahmen finanziert werden. Man sieht es von Weitem am Gerüst: Turm und Fassade der Kirche werden saniert. Für innen gibt es noch keine konkreten Pläne: „Solange unsere Projekte laufen, haben wir auch Mietverträge“, sagt Robert. Die Gemeinde hat ein großes Interesse daran, dass hier etwas stattfindet. Als Ort der Kultur, des Treffs und des Ausprobierens kann man dem Jugend[widerstands]museum nur wünschen, dass ihm Fantasie und Kraft nicht ausgehen werden.

www.widerstandsmuseum.de

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