Das mondäne SEZ zur Popgymnastik | Quelle: Zeitschrift Die Mode

Amerika in Friedrichshain

Friedenslauf | Quelle: Privatarchiv
Von großem Propagandistischem Aufwand begleitet übten die Friedensläufe eine magische Wirkung auf die sportlich Aktiven wie auf die Zuschauer aus. / Quelle: Privatarchiv /

Eile mit Meile

Fast zeitgleich mit den westlichen „Trimm-dich“-Kampagnen propagierten DFF-Sportjournalisten die Aktion „Eile mit Meile“. Bis zum 7. Oktober 1974, dem 25. Jahrestag der DDR, sollten Teilnehmer Strecken von 1.974 Metern laufen, 400 Meter schwimmen, 8.000 Meter radwandern, 4.000 Meter wandern oder 4.000 Meter wasserwandern. Am 21. April 1974 gingen im Volksschwimmbad Friedrichshain die ersten Teilnehmer auf die 400-Meter-Schwimmstrecke. Versammelten sich 1970 im Volkspark Friedrichshain 500 Läufer zur „Berliner Laufbewegung“, gingen am Neujahrsmorgen 1975 3.800 Teilnehmer zur „Freundschaftsmeile“ an den Start. Diese führte rund um den Friedrichshainer Volkspark und wurde im TV übertragen. Mit im Pulk waren die Eiskunstläuferin Manuela Groß und der Ruderweltmeister Hans-Ulrich Schmied. Lagen den Jogger-Events in Westberlin esoterische Leitbilder zugrunde, standen alle Langlaufwettbewerbe in der DDR-Hauptstadt unter politisch-propagandistischen Vorzeichen. Das Denkmal der Spanienkämpfer gab 1978 die Kulisse für den „Neujahrs-Meilen-Lauf“. Die Teilnehmer trugen gelbe Schleifen, auf denen zu lesen war: „Eile mit Meile – Auftakt 1978 – Berlin Hauptstadt der DDR“. Und es gab Erinnerungsschleifen für die Olympiameile, die am 1. Januar 1976 vor dem Spanienkämpferdenkmal ihren Anfang nahm. Viele Prominente aus Sport und Kultur liefen mit und erhielten mit Blick auf die Olympiade in Moskau im Jahr 1980 Trikots in den Farben Grün, Weiß, Blau. Der „Berliner Friedenslauf“ mit Start vor dem Kino International mit bis zu 100.000 Teilnehmern stand unter der Schirmherrschaft des IOC-Präsidenten Antonio Samaranch. Aber viel wichtiger war den meisten Teilnehmern die Freude am Sport.

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