Theaterschauspielerin | Quelle: Postkarte

Theater nah dran

| Quelle: Bundesarchiv Bild 183-83480-002
Die Arbeitertheater ließen auch gesellschaftliche Probleme nicht aus / Quelle: Bundesarchiv Bild 183-83480-002 /

Theater im Flohkino

Bis 1975 dösten die „Börsen-Lichtspiele“ in der Proskauer Straße 19 im Dornröschenschlaf, bis die Schauspielerin und Regisseurin Hella Len als Mentorin einer theaterbegeisterten Truppe – der „Len-Familie“ – beschloss, diese Spielstätte zum „Theater im Kino“ (TIK) umzubauen mit einem Bartresen als Ort für Kunstdebatten, einer Bühne von 30 m² und 80 Sitzplätzen. Seit dem 6. Oktober 1961 führte das Ensemble den Titel „Arbeitertheater Maxim Gorki“. Das „TIK“ galt als experimentierfreudig. Hier wurde „Die Fontäne“ von Karl-Heinz Jakobs aufgeführt. Jakobs war später mit der „Beschreibung eines Sommers“ viel Erfolg beschieden. Die Kritik lobte Stücke wie „An beiden Ufern“, das sich dem Neubeginn zwischen Polen und Deutschland widmete und war angetan vom ‘Sorgsamen Umgang mit der Sprache im Rahmen einer verhaltenden Inszenierung auf der kleinen dunkel ausgeschlagenen Bühne‘. Frau Len sagte dazu: „Der einzelne Mensch lebt in der Gemeinschaft, sie formt ihn. Im Sozialismus kümmert sich die Gesellschaft besonders um ihn. Der Chor versinnbildlicht die Gesellschaft, mit der der einzelne lebt.“ Etliche Darsteller des einst 50-köpfigen Ensembles wie Ursula Werner, Margit Bendokat, Gunter Schoß, Bodo Wolf oder Stefan Kaminsky sind bis heute bekannt. Frau Len leitete bis 1997 das Theater, das heute als „Theater im Kino e.V.“ in der Rigaer Straße 77 besteht und hoffentlich bald wieder öffnen darf.

Volkstheater | Quelle: Bundesarchiv Bild 183-73766-0034
Kämpfer waren auf den Bühnen der Volkstheater zu sehen / Quelle: Bundesarchiv Bild 183-73766-0034 /

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