Bäckermeister Joerg Schubbert, Feinbäckerei Schubbert, Palisadenstraße, Friedrichshain. Foto. Dirk Moldt

Der Bäckermeister Jörg Schubbert

Feinbäckerei Schubbert, Palisadenstraße 58, Friedrichshain. Foto. Dirk Moldt
Feinbäckerei Schubbert, Palisadenstraße 58, Friedrichshain. Von Frühjahr bis Herbst laden Tische zum Verweilen ein. / Foto: Dirk Moldt /

Kundenbindung

Inzwischen sind die Häuser saniert und die Gegend ist eher bürgerlich geworden, viel ruhiger. Tische stehen draußen, die Kunden trinken Kaffee. Dennoch blieb ein Kundenstamm erhalten. Manche kauften schon als Kinder in der Bäckerei ein. „Da wechselt man auch mal ein paar Worte. Und wenn man erfährt, dass ein Kunde verstorben ist, nimmt einen das schon mit. Man kennt ja die Leute, hat sich mit ihnen unterhalten. Gegenüber ist ja altersgerechtes Wohnen.“

Nachhaltigkeit

Was sich noch geändert hat, möchte ich wissen. Meister Schubbert wiegt den Kopf: „Früher war der Meister heilig – heute ist es der Geschäftsführer, der im Ansehen über ihm steht. In Bayern zum Beispiel, wird Handwerk noch viel mehr geschätzt, als hier.“ Handwerk aus Tradition, das heißt für den Bäckermeister, dass er auch auf die Qualität seiner Getränke achtet, Kaffee und Tee aus traditioneller Produktion anbietet. Der Kaffee zum Beispiel kommt aus einer Rösterei, die die Bohnen viel langsamer röstet und kostet im Einkauf etwa als doppelt so viel wie der normale Kaffee. „Wer gute Sachen nimmt, kann gute Sachen verkaufen“, kommentiert Meister Schubbert.
Was er noch erreichen möchte? Ein Holzofen wäre schön, damit könnte man noch manches andere Produkt anbieten. Es gibt Bäcker, die investieren nichts mehr in ihre Läden, wenn sie auf die Rente zugehen. Für ihn unmöglich, das ginge gegen seine Bäckerehre. „Aber was ist der Laden?“, fragt er und antwortet gleich: „Der Laden ist nicht viel. Die Kunden sind das Wertvolle.“
Einmal im Monat gibt es ein Kinderbacken. Dann können Kinder Brötchen backen und mit ihrem Namen versehen mit nach Hause nehmen. Das macht allen großen Spaß. Die Termine sind sehr begehrt. Es hat schon Anfragen von Kitas aus Köpenick gegeben. Wer weiß, vielleicht ist unter den Kindern eins, das einmal Bäcker wird?
Jeder Beruf ist mit Mühsal verbunden, wenn man ihn ernst nimmt. Aber so viel Freude an der Arbeit und Stolz auf die eigenen Produkte habe ich selten kennen gelernt. Als ich mich aus der Bäckerei fort begebe, ertappe ich mich bei der Frage, warum ich eigentlich kein Bäcker geworden bin.

www.feinbaeckerei-schubbert.de

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