Großberliner Margarine-Fabrik | Quelle: SED-Propagandaschrift

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Großberliner Margarine-Fabrik | Quelle: SED-Propagandaschrift
Die Großberliner Margarine Fabrik, vormals Wiesner, lieferte in der Hauptstadt beste Margarine an. / Quelle: SED-Propagandaschrift /

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Im Februar 1946 hatte die MM den sowjetischen Sektor mit über 200 Tonnen Margarine zu beliefern. Herr Hörnemann war für Friedrichshain zuständig. Als Fahrer erhielt er pro Tour 15 Kilo extra, die er zur Kompensation gegen Gemüse und Kartoffeln an die Lebensmittelhändler verkaufen sollte. Da die Ladenkunden bei den Pfundwürfeln der MM Untergewichte bis zu 20 Gramm bemängelten, kam Unmut auf. Um Abzweigungen zu verhindern, regte SED Bezirksrat Lachotzky vom Ernährungsamt Schöneberg an, dass statt fester Mengen jedes Geschäft nur so viel Ware geliefert bekommen sollte, wie es Lebensmittelmarken an das Großberliner Haupternährungsamt zurückgab. Aber gegen die Margarine-Untergewichte war sein Amt genauso machtlos wie das Friedrichshainer Ernährungsamt, das von Hermann Spangenberg geleitet wurde. Die Gründe dafür lagen beim Haupternährungsamt in der Wallstraße. Oberjat fuhr dort regelmäßig mit einem großen Karton Margarine vor, ging in die Büros spezieller Beamter und legte jedem einen Würfel zur „Untersuchung der Qualität“ auf den Schreibtisch. Ob in Ost- oder Westberlin, er belieferte „seine“ Dienststellen. Schickte das Haupternährungsamt Prüfer in die Fabrik, so erhielten diese ein Kilo Margarine als Wegzehrung.

Wechselseitig

Da die MM aus der britischen Zone wertvolle Hartfette bezog, aber erhebliche Produktionsverluste zu melden hatte und die Margarine mit Sirup, Wasser und Farbe auffrischte und sie so zu einem hohen gegensubventionierten Abgabepreis an den Großhandel und die Berliner Bezirksernährungsämter ging, erlaubte der Magistrat im Frühjahr 1948 der Fabrik Wiesner in der Auguststraße die Margarineproduktion. Als Referenz für die Leistungsfähigkeit der MM zog die Hauptprüfungsstelle des Gesamtberliner Magistrats die Unterlagen der Fabrik Wiesner heran.

Befehle

Im Juli 1948 erließ die sowjetische Kommandantur einen Befehl, der allen Bewohnern der Westsektoren die Anmeldung ihrer Lebensmittelkarten in den Geschäften des sowjetischen Sektors ermöglichte. Zuständig war eine Sonderabteilung im Haupternährungsamt, die unter der Ägide von Hermann Spangenberg vom Ernährungsamt Friedrichshain stand. Er hatte sich um sowjetische und andere Lebensmittellieferungen zu kümmern. Er gab die Anweisung, dass an Orten wie der Warschauer Straße Geschäfte zu eröffnen wären, die nur Westberliner Einkäufern offen stünden.

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