HO-Laden in der Frankfurter Allee | Quelle: FHXB-Museum

Schnaps und Karpfen

Handelsorganisation (HO) -Kartoffeln über die Sektorengrenze bringen| Quelle: FHXB-Museum
Diese Ausweise erhielten nur Auserwählte und wurden dafür schief angesehen.
Quelle: FHXB-Museum

Erweiterte Möglichkeiten?

Die Eröffnung des HO-Ladens fiel in die Zeit der Luftbrücke. In Westberlin wurden die Lebensmittel knapp. „Eine Mutter ist zufrieden“, schrieb die „Berliner Zeitung” im Oktober 1948 und zitierte: „Wie freute ich mich, als ich meinen Kindern frische Kartoffeln, Gemüse und Milchsuppen auf den Tisch stellen konnte.“ Propagandistisch geschickt hatte die SED während der Luftbrücke den Westberlinern die Möglichkeit eingeräumt, sich im Ostteil mit Lebensmitteln zu versorgen. Allerdings mussten sich die Käufer bei einer Kartenstelle registrieren lassen. Am 15. März 1949 wurde wegen des „verstärkten Andrangs der Bevölkerung“ den freien Läden, in denen Nahrungs- und Genussmittel verkauft wurden, eine Sonntagsöffnung erlaubt. Der Hintergrund war, dass „die Handelsorganisation den Verleumdungen der Westpresse, daß ein Ausverkauf der HO-Läden zu befürchten sei, entgegentreten wolle.“ Diese vollen Warenkörbe waren nur möglich, weil überall aus der damaligen SBZ Lebensmittel massiv abgezogen wurden. Wegen der einsetzenden Knappheit gab es in Leipzig und Brandenburg heftige Proteste. So fuhren die Kohlengruben Sonderschichten. Die Kohlen gingen als „Spende“ ins „demokratische Berlin“. Von Friedrichshain aus wanderten dabei etliche Zentner über oder unter dem Ladentisch in die Kreuzberger Öfen. Gegen illegale Transporte ging die Grenzpolizei vor. Auf den S-Bahnhöfen kontrollierte sie zwischen dem 27. September bis zum 3. Oktober 1948 rund 420.000 Personen. Insgesamt wurden den Schmugglern auf ihrem Weg nach Westberlin über 7.000 Tonnen Lebensmittel abgenommen.

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