HO-Laden in der Frankfurter Allee | Quelle: FHXB-Museum

Schnaps und Karpfen

Schaufenster in der Stalinallee | Quelle: FHXB-Museum
Vermeintliche „Schieber“ standen in manchen Schaufenstern an der Stalinallee am Pranger.              / Quelle: FHXB-Museum /

Nach der Blockade

Wer sich für den „Osteinkauf“ während der Blockade registrieren ließ, musste damit rechnen, seinen Lebensmittelkartenanspruch im Westen zu verlieren. Wer die offizielle Möglichkeit bei der HO einzukaufen nutze, der lebte und arbeitete meistens in jeweils der einen oder anderen Stadthälfte. So unermesslich reich wie Erna K. die Westberliner sah, waren sie beileibe nicht. Der Grund: Nach der Blockade verlagerten viele alteingesessene Firmen ihren Sitz in den Westen Deutschlands. Viele Westberliner wurden arbeitslos und deren Zahlen stiegen. Das zeigte sich im Juli 1949. Wieder propagandistisch untermauert, senkte die HO in Berlin ihre Preise. Am ersten Tag nach der Preissenkung gingen Waren für 1.570.000 DM in den Umlauf. „Die Westberliner Läden sind leer. Ihr Umsatz ist um zwei Drittel zurückgegangen. Westberliner, die noch über etwas Geld verfügten, strömten zu den Wechselstuben, um Deutsche Mark zu erwerben, um in der HO einzukaufen,“ jubelte das ND. „Ja, die haben gern hier eingekauft. Stand der Kurs eins zu sechs, manchmal auch zu sieben, dann kostete ein Brot nicht eine Mark, sondern eben nur 20 Pfennige“, sagte eine ehemalige Verkäuferin der HO aus der Frankfurter Allee.

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