HO-Laden in der Frankfurter Allee | Quelle: FHXB-Museum

Schnaps und Karpfen

Schaufenster in der Stalinallee | Quelle: FHXB-Museum
Vermeintliche „Schieber“ standen in manchen Schaufenstern an der Stalinallee am Pranger. / Quelle: FHXB-Museum /

D-Mark x 2

Ein spezielles Preisgefüge entstand. Mancher Schuhmacher in der Warschauer Straße verlangte Westmark, der andere ein Drittel Ost, der nächste halb und halb. Richtige Reparaturen gab es nur für Westgeld. Zur Begründung war angegeben: „Gummi und Ledersohlen müssen aus dem Westen geholt werden.“ 1952 kostete in der HO Stalinallee ein Pfund Jagdwurst 6,75 Mark und das bei einem Durchschnittsverdienst von ca. 297 Mark. Wegen der Warenabflüsse nach Westberlin waren die Einkaufsbestimmungen ab dem 27. November 1952 verschärft. Offiziell durften nur noch Westberliner Reichsbahnangestellte, ehemalige kommunistische KZ-Häftlinge und ältere SED Mitglieder Lebensmittel aus dem Osten beziehen. Die Grüne Woche in Westberlin galt als Konsum-Schaufenster und wurde als Kampfansage gegen die sozialistische Planwirtschaft aufgefasst. Allein deswegen nahm der ideologische Kampf zwischen Ost und West an Schärfe zu. In Friedrichshain wurde mit Steckbriefen gegen „Spekulanten und Schieber“ vorgegangen. Gemeint waren private Ladenbesitzer, die Mangelwaren über persönliche Verbindungen aus Westberlin bezogen. Auf der anderen Seite trugen die „Grenzgänger“, Angestellte und Arbeiter, die in Ostberlin lebten und in Westberlin arbeiteten, einen wesentlichen Anteil am Erfolg der Westberliner Wirtschaft. Bis zum Mauerbau stellten die Dumping-Preise für subventionierte Ostprodukte eine erhebliche Konkurrenz für die Westbetriebe dar.

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