Florian Günther ist nicht nur der Dichter und Fotograf, sondern vor allem ein Beobachter. Foto: Giovanni Lo Curto

Wahrhaftigkeit ist wichtig

Florian Günther ist nicht nur der Dichter und Fotograf, sondern vor allem ein Beobachter. Foto: Giovanni Lo Curto
Ich treffe mich mit Florian Günther im Eberty-Treff, einer holzgetäfelten Raucherkneipe, deren Gäste ganz anders aussehen als die in die Jahre gekommenen Szene-Typen und adrett bekleideten Neubewohner meines Kiezes. Kaum zu glauben, hier sitzen letzte Überbleibsel eines Menschenschlags, der Friedrichshain bevölkerte, als er noch proletarisch geprägt war. Florian Günther empfängt mich genau in diesem Zentrums eines Soziotops, in dem er sich heimisch fühlt. Den Ort Reservat zu nennen, würde die trügerische Vorstellung erwecken, er wäre eigens zum Schutz der letzten Überbleibsel der proletarischen DDR-Kneipenkultur eingerichtet worden. Florian Günther hat den Menschen hier im letzten Jahr einen Fotoband mit dem mehrdeutigen Titel: „Genug Zeit zu verlieren. Neue Fotos, gebrauchte Gedichte“ gewidmet, nicht nur ein künstlerisches sondern auch ein unter volkskundlerischen Gesichtspunkten bemerkenswertes Kleinod.

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