Edeltraut Pohl vor der Samariterkirche. Foto: Giovanni Lo Curto

Asylverfahren, das heißt immer noch zwischen Baum und Borke zu stehen.

Blues-Messe in der Samariterkirche. Zu den legendären Blues-Messen reisten junge Leute aus der ganzen DDR an
Zu den legendären Blues-Messen reisten junge Leute aus der ganzen DDR an

Irrationale Schulpraktiken

Trotz sehr guter Noten durften Frau Pohls Kinder nicht, wie gewünscht, an der katholischen Theresien-Schulein Prenzlauer Berg ihr Abitur ablegen. Nur einer Tochter wurde gestattet, eine staatliche Erweiterte Oberschule besuchen. „Dass ich zur Kirche kam, daran sind eigentlich meine Kinder Schuld“, sagt sie schmunzelnd und erzählt, dass ihr Sohn in der Schule wegen eines Peace-Buttons, den er trug, Ärger bekam. Dieses Zeichen wäre ein westliches Emblem, richte sich gegen die DDR und könne daher nicht geduldet werden. Als ihr Sohn in der Schule erzählte, dass er gern Pfarrer werden möchte, wurde von ihm verlangt, sich dafür vor dem Appell der Schule zu rechtfertigen. Dies konnte jedoch verhindert werden. Ihre Tochter wurde von einer Schul-Weihnachtsfeier ausgeschlossen, weil auf dieser auch der Pioniergeburtstag begangen werden sollte. „Dann machst Du eine kleine Weihnachtsfeier mit ein paar von deinen Schulfreunden bei uns“, ermutigte Frau Pohl sie. Es kam die ganze Klasse und Frau Pohl musste sich von der Direktorin den Vorwurf anhören, mit einer Gegenveranstaltung provoziert zu haben. DDR-Schulalltag. Durch ihren Bruder, einen Pfarrer, erfuhr sie, dass Rainer Eppelmann, der Pfarrer in der Samariterkirche, eine Sekretärin suchte. „Sobald das Grüne Licht vom Gemeindekirchenrat kam, habe ich in der Schule aufgehört zu arbeiten. Von einem Tag zum anderen.“

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