Leninplatz in Berlin | Foto: Robert Roeske, Bundesrachiv Bild 183-1988-1104-024, Wiki Commons

Leerstellen und Auffüllungen

Stalin-Denkmal, 1955 | Quelle: Postkarte um 1955
„Väterchen Stalin“ kontrolliert den Straßenverkehr. Wie es heißt, musste SED-Chef Walter Ulbricht von den Sowjets erst übezeugt werden, den Diktator entfernen zu lassen.
/ Postkarte um 1955 /

Monströse Denkmäler

Die berühmtesten haben die großen Fackelträger des Sozialismus hinterlassen: Lenin und Stalin. Ganz unauffällig ist der Ort des ehemaligen Stalindenkmals an der Karl Marx Allee (ungefähr in der Höhe von Hausnummer 70): unscheinbare Pflanzbecken und Brunnen, die gerade saniert werden, vor zwei Wohnblocks aus den 70er Jahren, die die berühmte Bebauung der ehemaligen Stalinallee unterbrechen. Auf der gegenüber liegenden Seite stand die Deutsche Sporthalle, die wegen Baumängeln 1971/72 abgerissen werden musste. Im Zuge des letzten großen Entstalinisierungsimpulses beim XXII. Parteitag der KPdSU im Herbst 1961 wurde die Stalin-Allee in Karl-Marx-Allee umbenannt und der 4,80 m hohe Stalin in einer stillen nächtlichen Aktion entfernt. Übrig blieb davon nur ein Ohr, das heute im benachbarten Café Sibylle lagert und eine kuriose Odyssee hinter sich hat. Der deutlich bekanntere ehemalige Denkmalort ist der Platz der Vereinen Nationen, der bis 1992 Leninplatz hieß, nicht, weil der Ort an sich so berühmt ist, sondern weil das Bild des entschweben Granitkopfes im Film „Good bye Lenin“ Filmgeschichte geschrieben hat. 2014 gab es eine sehr kuriose Diskussion um den im Brandenburger Sand verbuddelten Kopf des Lenindenkmals, der seit 2016 in der Zitadelle Spandau ausgestellt wird. Von dem riesigen Denkmal ist heute nichts mehr zu sehen. An der ehemaligen Denkmalstelle ist ein sonderbar unpassender Platz entstanden. Hier wurden ein paar Steine aus aller Welt platziert, als wäre es gewünscht gewesen, dass hier ein Loch mit ein paar Bruchstücken sichtbar bleibt.

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